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Dein ist mein ganzes Herz

„Dein ist mein ganzes Herz“ ist die gefühlvolle Tenorarie aus der Operette Das Land des Lächelns von Franz Lehár, die am 10. Oktober 1929 am Berliner Metropol-Theater uraufgeführt wurde. Vor Veröffentlichung kursierte die Partie unter dem Arbeitstitel „Die gelbe Jacke“, benannt nach der prachtvollen chinesischen Hofmontur, die der Prinz in der Wiener Ausgangsszene trägt. 

Musikalisch besticht die Arie durch ihren geschmeidigen Melodiebogen und die ausgeglichene Begleitung von Streicherensemble und Klavier. Die langen Phrasen verlangen vom Tenor eine sichere Atemtechnik und warme, füllige Mittellage, während sich die Höhe in kraftvollen, aber nie schrillen Spitzentönen präsentieren sollte. Ausdrucksstarke Dynamikwechsel – vom zarten piano im Einleitungsteil bis zum leidenschaftlichen forte im Schlussbogen – ermöglichen eine persönliche Deutung der unvergänglichen Liebeserklärung. 

Textlich spiegelt das Stück die tiefe Sehnsucht des Prinzen nach seiner Geliebten Lisa wider, die er in Europa zurücklassen musste. Die Worte „Dein ist mein ganzes Herz, mein ganzes Glück und Sehnen“ verbinden Fernweh mit dem idealisierten Bild einer fernen Liebe – ein Motiv, das in den späten 1920er Jahren beim Reisespektakel nach China großen Widerhall fand. Diese Kombination aus lehár’scher Melodienseligkeit und exotischem Flair macht „Dein ist mein ganzes Herz“ zu einem zeitlosen Highlight im Tenorrepertoire.

Richard Tauber, für den Lehár die Rolle maßschneiderte, prägte die Arie mit seinem warmen Timbre und feinen Vibrato. Seine erste Tonträgeraufnahme von 1930 wurde zu einem der meistverkauften Operetten-Mitschnitte der frühen Schallplattenära. Neben der vollorchestralen Fassung existiert eine populäre Kammerversion für Klavier und Streicherquintett, die in Salon- und Rundfunkkonzerten bevorzugt wird.

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