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Così fan tutte

In Mozarts komischer Oper Così fan tutte (Uraufführung 26. Jänner (Januar) 1790, Burgtheater Wien; Libretto: Lorenzo Da Ponte) ist Fernando einer der beiden Offiziere. Zusammen mit seinem Freund Guglielmo verkleidet er sich, um die Treue der Schwestern Dorabella und Fiordiligi auf die Probe zu stellen. Fernando, als Albano getarnt, wirbt eifrig um Dorabella und erlebt, wie Spiel und Verführungskunst Gefühle in ein humorvolles Chaos stürzen. Denn während der mit seinem Freund Guglielmo inszenierten amüsanten Identitätsverwechslung, verliebt sich Fernando in Dorabella und setzt so ein Spiel von Liebe und Eifersucht in Gang. 

Stimmlich erfordert die Tenorrolle klare Artikulation und Leichtigkeit, um Mozarts perlende Koloraturen und filigrane Phrasen zu meistern. Besonders in Ensembles – etwa im Duett „Il core vi dono“ – ist präzises Zusammenspiel und stilistische Sicherheit im klassischen Rezitativstil gefragt. Fernando sollte über eine agile Mittellage verfügen, die auch in den tanzhaften Terzetten und Finali durchschlagskräftig wirkt. 

Dramaturgisch sorgt Fernando mit seinem charmanten Auftreten und seiner Verunsicherung für humorvolle Leichtigkeit. Wer diese Rolle übernimmt, braucht neben gesanglicher Finesse auch schauspielerisches Talent, um das sorglose, junge Offiziersduo lebhaft und sympathisch darzustellen. Così fan tutte bleibt so ein Glanzstück des Ensemblesangs und eine ideale Wahl für Tenöre mit spielerischer Wendigkeit. 

Mozart und Da Ponte schufen Così fan tutte als Teil einer geplanten Trilogie (neben Le nozze di Figaro und Don Giovanni). Die Oper musste zunächst das moralisch-ironische Sujet der „unbeständigen Frauen“ vor Kaiser Joseph II. rechtfertigen, fand aber rasch großen Anklang in Wien. Historisch wurden Verzierungen (Triller, Morglarien) in den Da Ponte-Opern von Sängern improvisiert. In modernen Produktionen setzt man sie sparsam ein, um Mozarts klaren Stil zu bewahren.

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