César Francks „Panis angelicus“ vertont die 5. Strophe der Hymne Sacris solemniis des Thomas von Aquin. Das Stück entstand 1872 als eigenständige Einlage für eine Wiederaufführung von Francks Messe à trois voix (A-Dur, Op. 12): Ursprünglich (1859/61) ohne diese Nummer komponiert, erhielt die Messe durch das neu hinzugefügte „Panis angelicus“ ihr heute berühmtestes Einzelstück. Seither wird es sowohl liturgisch als auch konzertant häufig als Solostück aufgeführt – weit über den Kontext der Messe hinaus.
In Francks Fassung singt ein Tenorsolo über einer warmen, schwebenden Begleitung (klassisch: Orgel, Harfe, Cello und Kontrabass); später entstanden zahlreiche Orchestrierungen und Chorarrangements. Die Musik spannt einen ruhigen Bogen vom innigen Beginn bis zum leuchtenden Höhepunkt auf „O res mirabilis“ – eine melodische Linie, die das eucharistische Bild des „Brot[s] der Engel“ unmittelbar erfahrbar macht.
Gesanglich wirkt das Stück, wenn die Stimme nah am Wort bleibt: klare lateinische Diktion (etwa offenes e in pane), geschmeidiges Legato und tragfähige Piani zu Beginn, dann ein organisch wachsendes crescendo ohne Forcieren. Der Tenor profitiert von einer wärmenden Mittellage und ruhiger Atemökonomie; der Schluss sollte gerade und leuchtend klingen, nicht laut. Tonarten variieren je nach Ausgabe und Ensemble – entscheidend ist eine Lage, in der die Mitte frei trägt und der Kulminationspunkt ohne Druck erreicht wird.
Programmatisch passt „Panis angelicus“ ideal in Eucharistie-Feiern, Trauungen, Advent-/Weihnachtskonzerte sowie in gemischte Klassikprogramme als Ruhepol, analog zu „Ave verum corpus“, „Adeste fideles“, „O Holy Night“ und „Ave Maria“.