„Torna a Surriento“ ist eine der großen neapolitanischen Romanzen – Musik von Ernesto de Curtis, Text von seinem Bruder Giambattista. Nach heutigem Forschungsstand entstand das Lied 1894 (eine Fassung wurde damals bei der italienischen Urhebergesellschaft hinterlegt); die oft erzählte Geschichte verortet eine überarbeitete Widmungsfassung 1902 im Hotel Tramontano in Sorrent, anlässlich des Besuchs von Premier Giuseppe Zanardelli. Die Erstausgabe erschien wenig später bei Bideri (Neapel), die offizielle Copyright-Eintragung folgte 1905.
Musikalisch entfaltet sich die Romanze (häufig in E-Dur) aus einem ruhigen, erzählerischen Beginn („Vide ’o mare quant’è bello…“) zu einem weit ausschwingenden cantabile-Bogen, der im Refrain die Bitte um Rückkehr nach Sorrent glanzvoll kulminieren lässt. Für den Tenor zählen tragfähige Mittellage, lange Legatobögen und eine frei aufblühende Höhe; stilistisch tragen Rubato und dezente Portamenti – immer textnah – die Wirkung. Begleitet wird das Lied kammermusikalisch (Klavier, Gitarre/Mandoline) oder orchestriert; in beiden Fällen lebt es von klarer italienischer Diktion und der warmen Melancholie des neapolitanischen Idioms.
Die weltweite Popularität spiegelt sich in unzähligen Aufnahmen – von Caruso, Gigli, Di Stefano, Lanza, Pavarotti bis zu heutigen Stars. Eine englische Paraphrase kursiert als „Come Back to Sorrento“ (Lyrics: Claude Aveling); außerdem diente die Melodie Elvis Presleys Nr.-1-Hit „Surrender“ (1961) als Vorlage – adaptiert von Doc Pomus und Mort Shuman. So bleibt „Torna a Surriento“ sowohl im klassischen Tenorfach als auch in der Popkultur ein Evergreen.
Das Werk befindet sich auf Herbert Wüschers erstem Album Number One. Es ist einzeln zum Download oder als CD im Shop erhältlich.