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La donna è mobile

„La donna è mobile“ ist die berühmte Canzonetta des Herzogs von Mantua aus Verdis Rigoletto (Uraufführung 1851 im Teatro La Fenice, Venedig). Sie erklingt im 3. Akt in der Schenke des Auftragsmörders Sparafucile, während der Herzog die kokette Maddalena umschmeichelt. Der Text – „Die Frau ist launisch wie eine Feder im Wind“ – zeichnet den Herzog als leichtsinnigen Verführer; genau diese Nonchalance steht in bitterem Kontrast zum tragischen Schicksal Gildas, die das Werben aus dem Versteck mithört. Verdi nutzt die Melodie dramaturgisch doppelt: Später taucht sie offstage wieder auf – der ferne Gesang des Herzogs verrät Rigoletto, dass der vermeintliche „Leichensack“ nicht den Herzog enthält.

Musikalisch ist die Arie strophisch gebaut und braucht einen hell fokussierten, beweglichen Tenor: federnde Phrasen, klare Artikulation („Qual piuma al vento“), leichtes parlando an den Textspitzen und ein glänzendes Aufblühen der Höhe ohne Forcieren. Entscheidend ist das squillo auf dem Kulminationspunkt – strahlend, aber kontrolliert –, sowie ein elegantes Legato, das den tänzerischen Schwung trägt. Traditionell wird die zweite Strophe minimal variierend phrasiertechnisch „aufpoliert“; Bravour ersetzt jedoch nie die Leichtigkeit des Tons.

Anekdotisch berühmt: Verdi hielt die Nummer bei den Proben geheim, weil er ahnte, wie eingängig sie ist. Erst kurz vor der Premiere ließ er den Uraufführungs-Herzog Raffaele Mirate die Melodie voll einstudieren – und am Abend darauf pfiff ganz Venedig „La donna è mobile“. Als Einzeltitel funktioniert die Arie ideal in Opern-Galas und als Zugabe.

Das Werk befindet sich auf Herbert Wüschers erstem Album Number One. Es ist einzeln zum Download oder als CD im Shop erhältlich.

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