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Gern hab‘ ich die Frau’n geküßt

„Gern hab’ ich die Frau’n geküsst“ ist das schimmernde Walzerlied aus Franz Lehárs Operette Paganini (Uraufführung 1925 in Wien) – ein elegantes Showpiece, das Richard Tauber zum Markenzeichen machte und das bis heute als „Girls Were Made to Love and Kiss“ auch international lebt. Inhaltlich ist es ein galantes Selbstbekenntnis mit Augenzwinkern: Der gefeierte Virtuose preist die Kunst der Verführung – nicht lärmend, sondern mit kultivierter Nonchalance.

Musikalisch trägt ein weich wiegender Walzerpuls die weiten Legatobögen; kleine, geschmackvolle Portamenti lassen das Wort lächeln, bevor die Linie in der Höhe aufblüht und sich wieder ins Piano zurücklegt. Der Tenor gewinnt hier weniger durch Kraft als durch Charme: tragfähige Mittellage, elegantes parlando, ein klar fokussiertes squillo auf dem Kulminationston – und stets Textnähe, damit der Witz sitzt. Das Orchester antwortet mit Salonfarben: Streicher, Holz und zarter Harfenschimmer geben dem Lied seine mondäne Atmosphäre.

Als Programmtitel funktioniert das Stück ideal in Operetten-Galas, Liederabenden und als Zugabe: Es öffnet den Raum zwischen Wiener Walzerkultur und Late-Night-Salon, bleibt im Ohr und zeigt gleichzeitig vokale Kultur – genau die Mischung, die ein modernes Operettenprogramm glänzen lässt. Für die Repertoire-Seite empfiehlt sich eine Querverbindung zur Werkseite Paganini – als Niccolò Paganini sowie zu anderen Lehár-Hits mit Walzerflair.

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